«Kindeswohl vor Kinderwunsch»: Interview mit Susanne Kummer

0 Kommentare

Interview der Stiftung Zukunft CH mit der Bioethikerin Susanne Kummer. Zum Originalbeitrag: zukunft-ch.ch

In der Reproduktionsmedizin ist der Kundenwunsch das Mass aller Dinge. Betroffenen Kindern und ihren Interessensvertretungen schenkt man kaum Gehör. Die Wiener Bioethikerin Susanne Kummer übt im Interview mit Zukunft CH schwere Kritik an der künstlichen Befruchtung (IVF) mit fremden Samenzellen, die von immer neuen Kundengruppen in Anspruch genommen wird.

Von Dominik Lusser

In politischen Debatten hört man bisweilen, die Anwendung von IVF bei heterosexuellen unfruchtbaren Paaren sei „therapeutisch“, wohingegen deren Anwendung bei Alleinstehenden und lesbischen Paaren „nicht therapeutisch“ sei. Sie vertreten die Auffassung, künstliche Befruchtung sei nie therapeutisch. Wie meinen Sie das?

Therapie bedeutet Heilung. Mit der künstlichen Befruchtung wird aber keine Krankheit geheilt, sondern umgangen. Die Frau bleibt danach genauso unfruchtbar, wie sie vorher war, wenn sie es tatsächlich war. Meist sollte man besser von Subfertilität sprechen, nicht von Infertilität. Reproduktionsstörungen können natürlich pathologisch sein und deshalb medizinisch behandelt werden. Die künstliche Befruchtung zählt aber nicht dazu. Sie behebt die Unfruchtbarkeit nicht, sie umgeht sie bloss. Daher ist sie nicht therapeutisch.

Weiterlesen auf zukunft-ch.ch

Einen Kommentar hinterlassen

Your email address will not be published.